Predigt in der Christvesper für Familien 2024

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Liebe Kinder,

vielen Dank für euer Weihnachtsmusical „Das Geschenk des Himmels“ – das habt ihr toll gemacht! 

Liebe Gemeinde,

jetzt dauert es nicht mehr lange, dann werden die Geschenke ausgepackt. Das Auspacken der Geschenke ist in der Regel einfach und geht schnell. Aber was macht man dann mit den Geschenken? 

Für euch Kinder ist das sicher keine Frage: Ihr benutzt eure Geschenke. Ihr spielt damit. Wir Erwachsene tun uns da oft schwerer. Wir fragen uns bei jedem Geschenk: Brauche ich das oder sollte ich es lieber in den Schrank stellen oder mich ganz davon trennen – weil es mir nicht gefällt oder beim besten Willen nicht zu mir passt? 

Mit dem Kind in der Krippe, mit dem „Geschenk des Himmels“, verhält es sich ähnlich wie mit all den anderen Geschenken. Auch hier stehen wir vor der Frage: Was machen wir damit – nun, da dieses Geschenk ausgepackt ist? Nun, da das Kind geboren ist? 

In der Weihnachtsgeschichte wird berichtet, dass die Hirten nach ihrem Besuch an der Krippe allen Menschen, denen sie begegnen, von dem Kind erzählen. Und von allen den Menschen, denen sie begegnen, heißt es, dass sie sich wundern. Dass sie staunen. So gehen sie mit dem Kind in der Krippe, mit diesem „Geschenk des Himmels“ um. 

Das Wort „staunen“ bedeutet ursprünglich „starr sein“. Die Menschen, die sich da über das Kind in der Krippe wundern, machen nicht einfach mit ihrem Tagewerk weiter, sondern sie halten einen Moment inne. Sie erstarren für einen Moment. Wie es dann mit ihnen weitergeht, wird nicht berichtet. Vielleicht machen sie sich auch auf den Weg zur Krippe, um dieses „Wunder“ mit eigenen Augen zu sehen. Vielleicht zucken sie aber auch nur mit den Schultern oder schütteln mit dem Kopf oder belächeln die Hirten. Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass sie sich wundern. Dass sie einen Moment lang innhalten. Dass sie sich für einen Moment in ihrem Tun unterbrechen lassen. 

Könnte das nicht auch für uns ein Umgang mit dem Kind in der Krippe, mit diesem „Geschenk des Himmels“ sein – heute Abend, an den Weihnachtsfeiertagen und alle Jahre wieder? Einfach sich wundern über das, was da geschehen ist: Gott wird Mensch. Darüber staunen. Für einen Moment erstarren. Für einen Moment innehalten. Sich für einen Moment unterbrechen lassen in den gewohnten Weihnachtsabläufen. Nur für einen Moment. und vielleicht wird dies dann ein ganz besonderer Moment. 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Heiland und Herrn. Amen.