Predigt am 24.12.2025 (Christvesper mit Weihnachtsmusical)

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Liebe Kinder, 

vielen Dank für euer Weihnachtsmusical „Wir folgen dem Stern“ – das war echt der Hammer! 

Liebe Gemeinde, 

„wir folgen dem Stern“ – das ist leichter gesagt, als getan. Denn wenn ich in einer sternenklaren Nacht hinauf zum Himmel schaue, dann sehe ich zwar viele leuchtende Punkte, aber ich habe keine Ahnung, welchem dieser Punkte ich folgen müsste. Da muss man schon sehr weise sein, um sich am Sternenhimmel zurechtzufinden. So wie unsere drei Sterndeuter Khalil, Omar und Ali. Sie sind genau dem richtigen Stern gefolgt – dem Stern, der sie zum Stall von Bethlehem und zum Kind in der Krippe geführt hat. 

Ich vermute, wir sind alle keine Sterndeuter – allenfalls Hobbyastronomen. Und dennoch könnte es sein, dass wir in unserem Leben – bewusst oder unbewusst – einem Stern oder Sternchen folgen. Die einen folgen dem Sternchen, das sie von der Lehrerin im Schulheft bekommen haben, dem Leistungssternchen. Dieses Sternchen hat sich so tief in ihre Seele eingebrannt, dass sie ständig bestrebt sind, alles richtig zu machen. Dabei gehen sie bis an den Rand ihrer Kräfte – bisweilen auch darüber hinaus. Die anderen folgen den Stars und Sternchen der Medienwelt. Sie würden alles dafür tun, wie diese groß herauszukommen, wenigstens einmal im Rampenlicht von Bewunderung und Erfolg zu stehen. Wieder andere folgen einem Ensemble aus fünf Sternen, zu finden an den Türen ausgewählter Hotels und Restaurants – Hauptsache edel und gehoben. Natürlich sind all diese Sterne prinzipiell nicht schlecht. Nur, wenn sie zum Leitstern werden, wenn sie zum alleinigen Orientierungspunkt im Leben werden, dann kann das Leben in eine Schieflage geraten. 

Ganz anders der Weihnachtsstern. Er führt uns nicht in Paläste. Er führt uns nicht zu Glanz und Glamour und auch nicht ins Fernsehen. Sondern er führt uns zum Kind in der Krippe. Der Weihnachtsstern führt uns damit geradewegs zur Liebe Gottes, die in diesem Kind in der Krippe ein Gesicht bekommen hat, die in diesem Kind in der Krippe ansichtig geworden ist. Oder anders ausgedrückt: Der Weihnachtsstern führt uns an einen Ort, an dem wir willkommen sind – jeder, jederzeit und jeder so, wie er ist. An diesem Ort können wir zur Ruhe kommen und uns stärken lassen. Und von diesem Ort können wir dann – wie einst die Sterndeuter – mutig und voller Zuversicht zurück nach Hause, zurück in unser Leben gehen. 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Heiland und Herrn. Amen.